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Limburger Domsingknaben.
Der Chor des Benefizkonzerts
Wer durch die Gänge des Musischen Internates in Hadamar, der Ausbildungsstätte der LIMBURGER DOMSINGKNABEN geht, erfährt sogleich, worin der besondere Reiz dieses Hauses liegt: Orgelspiel mischt sich mit Rock- und Popmusik, zu den anfeuernden Schreien vom hauseigenen Sportplatz her gesellen sich die Probenklänge der Knabenstimmen für einen bevorstehenden Opernauftritt. Was manchem auf den ersten Blick als Chaos erscheinen könnte, ist in Wahrheit Ergebnis einer Konzeption, die mit der Gründung der LIMBURGER DOMSINGKNABEN im Jahre 1967 und deren Unterbringung in Hadamar jungen Menschen die Möglichkeit bietet, neue, von dem Alltäglichen etwas abweichende Perspektiven für sich zu erkennen und sie je nach Neigung und Begabung umzusetzen. Dabei schützt das breite Spektrum von Angeboten vor Uniformität und das gängige Klischee vom Knabenchorsänger erscheint hier gänzlich fehl am Platze.

Von insgesamt 175 Jungen, im Alter von 4 bis 20 Jahren, die zum aktiven Chor gehören, erfahren 45 Chormitglieder eine schulische und musikalische Förderung im Tagesinternat ihrer Ausbildungsstätte. Die übrigen 130 Jungen kommen als Singschüler zu den täglichen Proben. Durch die Unterteilung des Knabenchores in Vorchor, B-Chor und A-Chor - die letztgenannte Gruppe stellt auch den Konzertchor - kann Domkantor Klaus Knubben möglichst differenziert und den jeweiligen Altersstufen gemäß musikalisch arbeiten. Dabei wird er vom Stimmbildner Wilhelm Gries, unterstützt, der die Chormitglieder einzeln und in kleinen Gruppen stimmbildnerisch betreut und sängerisch ausbildet.

Die Hauptaufgabe des Chores liegt in der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste im Limburger Dom. Anders als bei manch anderem Knabenchor liegt hier der zentrale Akzent der Chorarbeit, und gerade dort zeigt sich am ehesten, dass die geistigen Wurzeln der Domsingknaben nicht zuletzt im Religiösen liegen. Musikalische Höhepunkte waren im Rahmen ihrer Konzerttätigkeit Reisen nach England, Irland, Frankreich, Italien, Malta, Finnland, Polen, Kanada, Russland, Israel, Südafrika, Mexiko und in die USA. Es sind gerade die unmittelbaren Begegnungen mit fremden Kulturen und Lebensformen, die die jungen Sänger ihren Alterskameraden voraushaben und die sie oft nicht weniger als für ein ganzes Leben prägen.

Das Programm der Limburger Domsingknaben spannt einen großen Bogen: Das Repertoire umfasst mehrstimmige Messen und Motetten der altklassischen Vokalpolyphonie, etwa von Palestrina oder Orlando di Lasso, der Romantik - man denke an Mendelssohn-Bartholdy oder Bruckner - und auch der Moderne, erwähnt seien Baumann, Komma, Mauersberger und Kverno. Oratorien und Kantaten von J. S. Bach gehören ebenso zum Programm wie Orchestermessen der Wiener Klassik.

Dass sich der Chor jedoch nicht nur der geistlichen Chormusik verpflichtet fühlt, sondern sich allen Herausforderungen stellt, die sich einem Knabenchor auf musikalischer Ebene bieten, zeigt die Tatsache, dass Domkantor Klaus Knubben sich nicht scheute, Angebote für die Mitwirkung bei Konzerten in der Alten Oper, des Hessischen Rundfunks und der Frankfurter Oper sowie bei Schallplattenaufnahmen mit Mahler-Sinfonien anzunehmen.

Trotz dieser ungeheuren Beanspruchung durch den Chor führt der persönliche Kontakt mit den Domsingknaben immer zu der Überzeugung, dass Vielseitigkeit, wie sie durch ein umfangreiches Freizeitprogramm einerseits und die Verwurzelung im Glauben andererseits repräsentiert werden kann, immer in der Lage ist, das Ursprüngliche und Individuelle der Persönlichkeit zu erhalten und oftmals sogar zu ihrer vollen Entfaltung zu bringen.

www.limburger-domsingknaben.de
Bild: Limburger Domsingknaben
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